Homeoffice #11 – Maximale Freiheit, bitte!

Ungefähr so könnte eine Regelung aussehen, die sich dazu äussert, wie oft und wann jemand im Homeoffice arbeiten möchte:

«Als Mitarbeitende unseres Teams haben Sie die freie Wahl, wo sie arbeiten möchten. Arbeiten Sie im Homeoffice oder kommen Sie ins Büro. Diese freie Wahl haben Sie an vier Tagen in der Woche. Am [Dienstag] möchten wir, dass Sie ins Büro kommen und mindestens zwischen [9 und 16 Uhr] anwesend sind».

Mit dieser Minimalregel bieten Sie Ihren Angestellten ganz viel Freiheit. Wer nun nach zwei Jahren Pandemie wieder verstärkt Lust aufs Büro hat, kann gerne ins Büro. Vollständig. Wer aber die Vorteile des Homeoffice schätzen gelernt hat, kann sich die Freiheit nehmen und muss nur noch einmal pro Woche ins Büro. Das hat ganz viele Vorteile, doch dazu mehr in späteren Beiträgen.

Der eine Bürotag als Minimum dient dazu, dass sich alle (endlich) mal wieder sehen. Dann wird auch die virtuelle Kaffeemaschine weniger wichtig (s. HOMEOFFICE #9 – Die Kaffeemaschine ist auch virtuell wichtig) oder bleibt es vielleicht nur noch, wenn die Mehrheit Ihrer Kollegen im Homeoffice bleiben möchte. Und an dem Tag können Sie Ihre bilateralen Gespräche von Angesicht zu Angesicht analog machen. Auch eine Teamsitzung ist sicherlich sinnvoll terminiert an diesem Bürotag.

Sie können allenfalls noch vorgeben, dass man bspw. im Outlook-Kalender einträgt, wenn man Homeoffice macht, damit das alle sehen.

Einige werden einwenden, dass man doch aber wissen muss, wo die Kollegin übermorgen Nachmittag ist. Hm, nein. Vielleicht müssen Sie sie erreichen können morgen Nachmittag, wenn es einen Notfall gibt. Aber that’s it.

Bild von Bella H. auf Pixabay

Wahrscheinlich haben Sie während der Corona-Pandemie ganz viele Erfahrungen gesammelt. Sie haben realisiert, dass es auch anders geht, dass es klappt, auch wenn sich nicht alle immer sehen und ohne, dass alle immer im gleichen Raum oder Gebäude sind. Ja, das funktioniert generell für jeden zweiten Job in der westlichen Welt ganz gut.

Vielleicht wollen Sie Ihre Mitarbeitenden oder Kolleg*innen einmal in der Woche oder vielleicht nur einmal pro Monat alle zusammen im Büro sehen. Als Vorgesetzte oder Arbeitgeberin können Sie das bestimmen. Es spricht aber auch nichts dagegen, dass jemand den Morgen zuhause und den Nachmittag im Büro verbringt. Möglich ist auch, dass jemand mal Lust hat, zwei Wochen lang im Büro zu arbeiten und sich danach für eine Woche ins Homeoffice begibt, weil sie wichtige Dokumente lesen und überarbeiten muss, was im hektischen Büro einfach deutlich weniger gut geht.

Wir sollten weniger stur sein und uns immer wieder fragen, wofür wir eigentlich die alten Regeln noch brauchen

Das Fazit daraus: Wir sollten weniger stur sein und uns immer wieder fragen, wofür wir eigentlich die alten Regeln noch brauchen (das gilt übrigens nicht nur beim Thema Homeoffice)? Muss das wirklich so sein, wie wir es immer gemacht haben? Warum denn? Ist es effektiv besser so? Oder liesse es sich auch anderes organisieren und das Leben der Angestellten würde damit vielleicht etwas einfacher und besser und ihre Arbeitsleistungen damit noch etwas höher?

Wie auch immer: Bieten Sie soviel Flexibilität wie möglich an. Fangen Sie vielleicht mal klein an (s. HOMEOFFICE #2 – Liebe Arbeitgeber, fangen Sie klein an!) und dann steigern Sie es.


Fazit zum Mitnehmen:

  • Bieten sie bei der Wahl des Arbeitsortes so viel Flexibilität wie möglich. Das lohnt sich für die Mitarbeitenden wie für Sie als Arbeitgeber.

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