Homeoffice #2 – Liebe Arbeitgeber, fangen Sie klein an!

Wenn Sie in der Pandemie schon genügend Erfahrungen gesammelt haben, können Sie das «Klein anfangen» an sich überspringen und weiterdenken.

Wenn Sie bisher noch gar keine Homeoffice-Erfahrung gemacht haben (was nach rund zwei Jahren Pandemie an sich nicht sein dürfte), sollten sie klein anfangen. Es ist wirklich nicht zwingend nötig, dass gleich alle Mitarbeitenden ihre gesamte Arbeitszeit im Homeoffice erbringen. Überlegen Sie sich, wer bei Ihnen für Homeoffice in Frage kommt. Das fängt natürlich bei der Art der Aufgabe an, die Sie bei sich auszuführen haben, denn nicht jede Aufgabe ist fürs Homeoffice geeignet. Dazu aber später mehr. Die zweite Frage ist dann aber sicherlich, welche Mitarbeitenden ganz konkret mal dafür in Frage kommen.

Bei wem könnten Sie sich vorstellen, dass es klappt? Wer könnte wohl gut mit der Ruhe zuhause umgehen. Und wem könnte diese Ruhe gut tun?

Bei wem könnten Sie sich vorstellen, dass es klappt? Wer könnte wohl gut mit der Ruhe zuhause umgehen. Und wem könnte diese Ruhe gut tun? Wer ist bereits gut organisiert und vielleicht auch gut eingerichtet zuhause (obwohl es ja nicht zwingend zuhause sein muss).

Auf diese Art und Weise können Sie mal testen, ob das für Sie als Arbeitgeber machbar ist. Am einfachsten ist das natürlich, wenn Ihre IT-Infrastruktur bereits darauf ausgerichtet ist, dass Ihre Angestellten ortsungebunden arbeiten können, z.B. weil man verschiedene Standorte hat oder die Mitarbeitenden keine fixen Arbeitsplätze mehr haben und eh Desksharing vorherrscht.

Und wenn Sie keine besonderen Vertraulichkeitserfordernisse haben, dann geht digitales Arbeiten zumindest fürs Testen am Anfang auch via private Geräte der Mitarbeitenden (sog. BYOD, bring your own device). Aber wirklich nur für den Anfang zum Testen, denn ich finde, BYOD sollte insb. weder aus der Optik IT-Sicherheit noch aus einer arbeitsrechtlichen Optik der Standard sein.

Selbst wenn Sie noch über keine für Homeoffice geeignete IT-Infrastruktur verfügen oder das persönliche Equipment der Mitarbeitenden vielleicht noch nicht taugt, kann ein einfacher Anfang auch sein, dass man vielleicht mit einem Tag pro Monat startet, an dem dann nichtdigitale Aufgaben erledigt werden, wie etwa das Lesen bestimmter Fachliteratur in bestimmten Fachgebiete oder das Gegenlesen von Dokumenten, die man sich ausdrucken und mitnehmen kann.

Mit Lesen auf Papier oder wenn mindestens die Mails einfach zugänglich sind, ist auch denkbar, dass jemand gelegentlich seinen Arbeitstag aufteilt und einen Teil seiner Arbeit im Büro verrichtet und den anderen zuhause.

Da gab es bei uns diesen einen Mitarbeiter, der hat das bei uns schon ganz zu Beginn angefragt. Er hatte sich im Studium angewöhnt, dass er zuerst mal von ungefähr  7-9 Uhr zuhause konzentriert und ungestört lernte und erst nachher physisch zur Universität ging, um etwa Vorlesungen zu besuchen oder in der Uni-Bibliothek weiter zu lernen. Diese Angewohnheit hat er dann im Job beibehalten und fand damit für sich einen guten Arbeitsmix.

Für die Mitarbeitenden bietet das «Klein anfangen» den Vorteil, dass sie es selbst mal austesten können und vielleicht schrittweise den für sie passenden Mix finden und etwa die für sie richtige Umgebung schaffen können.

Für Arbeitgeber ist es eine einfache, risikofreie Möglichkeit, zu sehen, ob das klappt, wie die Leute damit klarkommen, was in der IT noch fehlt und ob es sonst noch etwas zu beachten gilt.

Das ist übrigens auch gleich eine gute Vorbereitung darauf, falls ihr Bürogebäude mal abbrennt oder sie – z.B. in einer Pandemie – nicht mehr ins Büro kommen sollten. In der Bundesverwaltung würde man da von Business Continuity Management BCM oder einer Notfallplanung sprechen.

Haben Sie also noch gar nie Homeoffice gemacht bei sich, dann testen Sie es mal. Ich kann Ihnen versprechen, sie werden einiges lernen und es vermutlich als Vorteil erkennen, dass Sie Homeoffice für Ihre Mitarbeitenden in einem mehr oder weniger grossen Umfang anbieten können.

Am Ende übrigens werden Sie die Zeit im Büro, die Sie dann gemeinsam verbringen auch wieder viel mehr schätzen und nützen, sozusagen als (Offline) «Quality Time». Vermutlich haben schon die meisten in dieser Pandemiezeit genau diese Erfahrung gemacht.

Also los, einfach ausprobieren!


Fazit zum Mitnehmen:

  • Wenn Sie in der Pandemie schon genügend Erfahrungen gesammelt haben, überspringen Sie die nächsten beiden Punkte.
  • Überlegen Sie sich, wer von Ihren Mitarbeitenden fürs Homeoffice besonders gut geeignet wäre.
  • Testen Sie es z.B. mit einem Tag in der Woche oder alle zwei Wochen mal in Ruhe eine Weile aus.

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