Homeoffice #21 – Aufgepasst auf Überarbeitung nicht Unterforderung

Erinnern Sie sich noch an diese Aussage: «Aber wenn ich nicht alle meine Mitarbeitenden im Büro sehe, weiss ich ja gar nicht, ob sie arbeiten»?

Die macht zwar – wie hier aufgezeigt – so nicht wirklich Sinn, aber sie weist doch immerhin auf eine andere Herausforderung hin, die mit zunehmendem Homeoffice einhergeht: Sie merken nämlich nicht mehr immer gleich einfach oder sofort, wenn Ihre Mitarbeitenden zu viel arbeiten.

Wenn Ihre Mitarbeitenden im Homeoffice (oder generell Remote) arbeiten dürfen, dann geht das (zu Recht) meist auch mit mehr Freiheiten einher bezüglich der Einteilung der Arbeitszeit. Mit anderen Worten arbeiten Ihre Mitarbeitenden nun häufiger genau dann, wann sie möchten und wann es für sie stimmt. Denn die positiven Effekte des Homeoffice sind stark auch damit verknüpft, dass man sich seine Zeit im Homeoffice frei(er) einteilen kann. Es soll ja gerade besser passen für sein Leben.

Diese Freiheiten haben aber auch Nachteile. Einzelne Studien deuten darauf hin, dass Mitarbeitende teils weniger Pausen machen und mehr arbeiten. Typischerweise fällt etwa beim einen Kollegen im Homeoffice die Anfahrt per Velo weg, dafür loggt er sich etwas früher ein und das Umgekehrte erfolgt später beim Arbeitsschluss bzw. beim Ausloggen. Was auch passieren kann, ist dass man sich nicht mehr so recht abgrenzen kann, denn es sind ja nur ein paar Schritte zum Arbeitscomputer und die Kollegin war doch darauf angewiesen, dass sie heute noch eine Antwort bekommt.

Einige von Ihnen werden nun denken: Hm, wo ist das Problem, umso besser, wenn sie mehr arbeiten. Naja, das mag kurzfristig manchmal nützlich sein, stimmt. Aber auf die lange Sicht passt es eben nicht und führt zu Überarbeitung. Meiner Erfahrung nach ist das besonders dann eine Herausforderung, wenn man viel zu tun hat und die Arbeit eigentlich nie ausgeht. Ich weiss nicht, wie das Ihnen geht, aber bei mir/uns war und ist das fast immer so.

Damit Sie hier nicht gesundheitliche Probleme bei Ihren Mitarbeitenden riskieren und sie vermehrt Personalausfälle zu verzeichnen haben, sind Sie gut beraten, ein Auge auf ebendiesen Punkt zu haben. Nicht alle Ihrer Mitarbeiter werden das brauchen, aber denen, die es brauchen, sollten Sie dabei helfen, damit sie sich nicht kaputtarbeiten. Davon haben Sie nämlich auch nichts. Manchmal muss man es einfach nur ansprechen und von Zeit zu Zeit wieder nachfragen. Anderen hilft es, wenn sie die Zeit gewissenhaft aufschreiben (bei den meisten Mitarbeitenden wäre ja an sich sowieso eine Arbeitszeiterfassung vorgeschrieben). Wieder andere haben das gut im Griff, indem sie einfach regelmässig mal wieder ein langes Wochenende einplanen und so die Überstunden abbauen.

Foto von Andrea Piacquadio von Pexels

Erfahrungsgemäss ist übrigens einer der schwierigsten Massnahmen, dass Sie als Vorgesetzte es selber so vormachen, wie Sie es gerne hätten. Wenn der Chef als Vorbild ständig innert ein paar Minuten jede Mail beantwortet und jeden Anruf entgegennimmt und seine Mails am Sonntagnachmittag und unter der Woche kurz vor Mitternacht eintreffen, dann ist das vielleicht nicht so ganz nachhaltig. Weder für Sie als Chef noch für Ihre Mitarbeitenden, die dem dann vielleicht nacheifern oder die zumindest das Gefühl haben, dass sie das tun sollten.

Und sorgen Sie übrigens auch dafür, dass Pausen gemacht werden. Nicht nur, damit es Ihren Mitarbeitenden besser geht, sondern auch deshalb, weil erwiesen ist, dass regelmässige Pausen zu besserer Leistungsfähigkeit führen. Es ist also purer Egoismus, wenn Sie als Arbeitgeber dafür sorgen, dass Ihre Leute Pausen machen. Sie arbeiten dann so viel besser, dass sie die Pausenzeit mehr als wieder wettmachen.


Fazit zum Mitnehmen:

  • Im Homeoffice tendieren die Leute dazu zu viel zu arbeiten, nicht zu wenig.
  • Sorgen Sie dafür, dass auch im Homeoffice Pausen eingelegt werden.
  • Und haben Sie ein Auge auf die Vielarbeitenden.

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