Homeoffice #29 – Regelmässige Team-Bürotage

«Aber jetzt bin ich doch im Homeoffice und das klappt super für mich, ich komme lieber gar nicht mehr ins Büro.»

Vermutlich werden Sie diesen Satz nie genauso zu hören oder zu lesen bekommen. Die wenigsten Arbeitnehmenden fühlen sich übrigens so. Aber selten mal könnte man das Gefühl bekommen, dass einige wenige das durchaus denken. In den meisten dieser Fälle wäre es vermutlich ungeschickt gleich den Arbeitsvertrag hervorzunehmen und darauf hinzuweisen, was denn dort genau als Arbeitsort definiert wurde. Geschickter ist sicher, wenn Sie in dieser Situation zuerst mal erklären, was es mit dem Homeoffice auf sich hat, wozu das gut ist und wozu es eben weniger gut geeignet ist. Und dann landen Sie beim Punkt, wo sie dann begründen werden, warum die Büroanwesenheit manchmal auch Vorteile hat – als «Quality Time» fürs Team zum Beispiel.

Die Idee ist nach mir nicht, dass alle Mitarbeitenden immer im Homeoffice arbeiten. Es gilt eine gesunde Mischung zu finden. Eine Mischung, die für den Arbeitgeber stimmt und die Arbeitnehmenden. Und die Mischung sollte flexibel sein, das heisst es sollte jedem Mitarbeitenden nach Möglichkeit so viel Freiheit wie möglich gelassen werden, von 100% Büro bis sagen wir mal 80-90% Homeoffice.

Nach einer Weile verstärktem Homeoffice werden Sie feststellen (die meisten von uns haben es während der Pandemie festgestellt), dass ganz generell bei vielen Kolleginnen und Kollegen das Bedürfnis nach gemeinsamem Teamerleben wieder aufkommt. Fürs Arbeiten, für Sitzungen, die Kaffeepausen oder fürs Mittagessen.

Dem können Sie entgegenkommen, indem sie Tage definieren, an denen Sie Teile Ihres Teams oder – je nach Grösse des Teams – das ganze Team vor Ort kommen lassen, sie also Bürotage vorschreiben. Sicherlich haben das die Meisten von Ihnen bereits so eingerichtet. Dann haben Sie nämlich an dem Tag die Möglichkeit wieder mal alle zu sehen. Sie können Teamsitzungen vor Ort abhalten und auch Kaffeepausen und Mittagessen gemeinsam verbringen.

Wie oft sie Bürotage vorsehen wollen und wie oft es für alle derselbe Tag sein soll, ist Ihnen überlassen. Aber schreiben Sie nicht zu viel vor. Je mehr Vorschriften umso weniger fägt die Sache und umso eher verpuffen Motivationsvorteile, die eine gewisse Organisationsautonomie für die Mitarbeitenden mit sich bringt. Die Anzahl der Bürotage ist schliesslich auch abhängig von ihrem Bedürfnis und dem der Angestellten sowie von den sonstige Treffen und der Arbeitstätigkeit Ihrer Mitarbeitenden.

Und denken Sie daran, einfach nur Bürotage vorzuschreiben und mit dem Arbeitsvertrag zu argumentieren, ist aus Motivationsoptik vielleicht nicht so das Gelbe vom Ei. Erklären Sie, warum der Bürotag wichtig für Sie ist und machen Sie, dass es generell attraktiv ist, ins Büro zu kommen. Und gestalten Sie auch den Bürotag attraktiv.

Bild von Juan Diego auf Pixabay

Fazit zum Mitnehmen:

  • Definieren Sie, wie oft Sie die Mitarbeitenden im Büro haben wollen – versuchen Sie (s. Kapitel «Fangen Sie klein an») nicht zu viele Bürotage vorzuschreiben.
  • Definieren Sie mindestens einen Tag im Monat als gemeinsamen Teamtag – optimalerweise häufiger.

2 Kommentare

  1. Hallo Nils, hier gehe ich nicht bei jeder linie mit Dir einig, ich bin fester überzeugung das Officetage entschieden werden sollten von den Mitarbeitenden, nicht von einem Scrummi, Teamlead oder wie man heute auch zu heissen hat um sowas zu entscheiden zu wollen, ich finde es auch noch schlechter wen dies von oben herunter aufgezwungen wird.
    Ich vermute da ein riesiger rückschritt.
    Danke jedoch für all Deine Blogs.

    1. Ja, je nach Organisationskultur kann ich mir gut vorstellen, dass die Mitarbeitenden das entscheiden. Ich fände es nur dann nicht gut, wenn wer auch immer (MA oder irgendwelche Vorgesetzte) aus reiner Bequemlichkeit entscheiden, sich gar nicht mehr regelmässig als Team gemeinsam zu treffen.

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