Homeoffice #6 – Setzen Sie keine Überwachungssoftware ein, niemals!

Nein, wirklich nicht. Nicht mal ansatzweise. Und auch nicht ein bisschen. Und auch nicht anonymisiert. Einfach nein.

Es gibt aus technischer Optik diverse Tools, mit denen man seine Angestellten überwachen könnte. Natürlich unabhängig davon, ob sie jetzt im Büro arbeiten oder zuhause im Homeoffice (bzw. im Café, im Zug, auf einer Wiese unter einem Baum oder im Chalet auf der Alp). Man kann die Tastaturanschläge loggen und die Logins, Verweildauer und Nutzungsdaten an allen möglichen Tools, die die Angestellten zum Arbeiten nutzen. Auch die Mails können ausgewertet werden. Auch Screenshots oder Videos vom Bildschirm sind technisch möglich und sogar die Webcam kann so konfiguriert werden, dass sie alle paar Minuten ein Foto macht und damit zeigt, ob Ihre Angestellten am Bildschirm sitzen und arbeiten.

Bild von PIRO4D auf Pixabay

Mal abgesehen davon, dass diese Überwachungsgeschichten juristisch je nach Rechtslage und Arbeitsvertrag nicht nur grenzwertig, sondern schlicht illegal sind, geht es dabei für einige Firmen frisch nach dem Motto «Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser». Aber falscher kann man gar nicht liegen! Diese Überwachungstools zur Mitarbeiterkontrolle sind Blödsinn. Wenn Sie Leute anstellen, von denen Sie das Gefühl haben, dass Sie Ihnen so auf die Finger schauen müssen, weil sie Sie sonst bescheissen, dann stellen sie die falschen Leute an. Oder Sie müssen dringend an Ihrer eigenen Einstellung arbeiten. Oder sie sollten generell darüber nachdenken, ihre Mitarbeiterinnen fair(er) zu behandeln und entlöhnen, damit solcherlei Humbug nicht nötig ist.

…frisch nach dem Motto «Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser». Aber falscher kann man gar nicht liegen!

Anekdoten und Berichte aus Organisationen, die so funktionieren, zeigen doch eher, dass sich die Menschen einfach anpassen. Sie finden immer Mittel und Wege die Überwachung am Arbeitsplatz auszutricksen. Auf die Motivation, gute Arbeitsresultate zu liefern und sich für seinen Arbeitgeber einzusetzen, dürfte sich derlei Überwachungsunsinn jedenfalls kaum positiv auswirken. Die ständige digitale Überwachung wird das Vertrauensverhältnis zwischen Arbeitgeberin und Arbeitnehmer nachhaltig stören.

Versuchen Sie es ganz einfach anzugehen: Sagen sie, was sie konkret erwarten. Besprechen sie das. Leiten Sie die Leute an, coachen Sie sie. Haben Sie Vertrauen in ihre Leute – und damit auch in Ihre Rekrutierungsfähigkeiten. Und lassen Sie sich regelmässig Arbeitsresultate zeigen, die Sie dann beurteilen können. Da brauchen Sie keine Überwachungstools dazu. Der Teil gehört zu Ihrer Führungsaufgabe und ist eigentlich recht «Old School». Nehmen Sie Ihre Verantwortung war, das ist Ihre Aufgabe.


Fazit zum Mitnehmen:

  • Setzen Sie keine Software ein, um zu kontrollieren, ob und wann oder was ihre Angestellten arbeiten.
  • Reden Sie mit Ihren Angestellten, sagen Sie, was Sie von Ihnen erwarten, coachen und führen Sie sie.
  • Schauen Sie regelmässig die Arbeitsresultate an.

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