Homeoffice #5 – Arbeiten Sie auch mal im Pyjama

«Wer sich am Morgen im Schlabber-Trainingsanzug vor den Heimcomputer setzt oder – noch schlimmer – sich nicht mal umzieht und im Pyjama die Arbeit startet, hat nicht die richtige Arbeitseinstellung. Das kann nichts werden.»

Die Aussage werden Sie sicher auch schon gehört haben. Oder Sie haben selber auch schon so argumentiert. Aber hey, erinnern Sie sich noch, worum es beim Arbeiten meistens geht? Ja genau: Am Ende zählt das Arbeitsresultat. Und? Spielt es jetzt ernsthaft eine Rolle, ob ihr Mitarbeiter das sensationelle neue Konzept im Pyjama oder im Anzug geschrieben hat? Nein, tut es nicht.

Aber ja, einen Punkt hat das Argument mit der Kleidung schon: Sie müssen sich nämlich selber bewusst die Frage stellen, wie Sie am besten arbeiten im Homeoffice.

Sind Sie wohler im Anzug mit Krawatte bzw. im Deuxpièces und können so viel fokussierter und konzentrierter arbeiten? Perfekt, dann tun sie das.

Foto von Ivan Samkov von Pexels

Aber wenn es Ihnen sehr viel wohler in der Trainingshose oder lockeren Jeans ist. Dann arbeiten Sie ganz einfach in der Trainingshose oder Jeans. Und lassen Sie das auch Ihre Kollegen oder Mitarbeiter machen. Sie können es gerne thematisieren, um die Leute zu sensibilisieren fürs Thema. Dann können sie vielleicht mal ausprobieren, wie es sich das Arbeiten zuhause im Anzug oder eben im Pyjama anfühlt. Und je nachdem, was besser klappt, machen sie dann das eine oder andere. Wobei: Es muss ja nicht ganz schwarzweiss sein. Zwischendurch hat man vielleicht mal das Bedürfnis in der Krawatte zuhause zu arbeiten. Und am nächsten Tags sinds die Joggingsachen, weil danach gleich eine Runde Joggen ansteht. Oder der Nachmittag konnte den Kids gewidmet werden und nun ist noch eine Runde Arbeiten am Abend im Trainer angesagt.

Auf das «unten» kommt es weniger an als das «oben».

Was Sie vielleicht beachten und als Tipp weitergeben können (wenn Sie das alles in der Pandemie nicht schon längst gelernt haben): Auf das «unten» kommt es weniger an als das «oben». Denn wenn ein Videotelefonat ansteht, und das kann ja durchaus auch mal spontan sein, sollten Sie darauf vorbereitet sein, dass man sie vermutlich vom Bauch an aufwärts sieht. Vielleicht tuts da aber auch der elegante Pullover, der hinten auf ihrem Homeoffice-Stuhl hängt – einer für alle Fälle. Und Frauen sollten sich wohl überlegen, wie sie mit dem Thema Schminken umgehen wollen, Männer, wie sie es mit der Rasurfrage halten. Das kommt sicher auch darauf an, mit wem Sie üblicherweise Videotelefonate führen.

Noch ein Wort zu Ritualen: Vielleicht hilft jemandem das Sich-Anziehen für das Homeoffice-Büro und zu Arbeitsschluss das abendliche Sich-Umziehen beim «Heimkommen», um die Arbeitszeit von der Freizeit abzugrenzen. Manchmal können solche Rituale eine gute Idee sein. Zum einen für sich selber, zum anderen aber vielleicht auch für die Familie zuhause, die Ihnen gleich ansieht, ob sie jetzt noch am Arbeiten sind und in Ruhe gelassen werden (Kravatte) möchten oder ob sie «zuhause» sind (Kapuzenpulli).

Und zum Schluss noch dies: Ja, Kleidung kann Sie durchaus an das Gefühl erinnern, das sie beim Arbeiten im Büro jeweils haben. Und wenn dieses Arbeiten gut ist und diese Routine hilft, kann es eine clevere Idee sein, sich auch im Homeoffice so zu kleiden. Wenn Sie diese Bürokleidung (oder das Büro) aber schon immer genervt hat, können Sie jetzt endlich wechseln und arbeiten vielleicht noch besser in anderer Kleidung zuhause. Das ist wirklich ganz individuell.


Fazit zum Mitnehmen:

  • Üblicherweise wird es besser sein, sich ganz normal anzuziehen, um zuhause zu arbeiten, vielleicht sogar mit einem Ritual vor und nach der Arbeit, um sie irgendwie abzugrenzen.
  • Aber auch in Anzug und Krawatte oder im Pyjama können manche Menschen bisweilen super arbeiten. Beurteilen Sie sie nicht grundlos nach ihrer Kleidung.

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